Gehaltsverhandlung in Kanzlei – Dos and Don’ts
Ob Rechtsanwaltsfachangestellte, Steuerfachangestellter, angestellter Anwalt oder Steuerberaterin: Früher oder später kommt der Moment der Gehaltsverhandlung. Gerade in Kanzleien herrscht oft eine eher konservative Gesprächskultur – umso wichtiger ist eine gute Vorbereitung. Wer die richtigen Argumente parat hat und klassische Fehler vermeidet, verbessert seine Chancen auf ein faires Gehalt deutlich.
Worum es geht
In diesem Artikel erfährst du, welche Strategien in Gehaltsgesprächen funktionieren – und welche Fallen du vermeiden solltest.
✅ Die wichtigsten Dos bei Gehaltsverhandlungen
1. Vorbereitung ist alles
Informiere dich vorab über branchenübliche Gehälter in deiner Region. Nutze Gehaltsreports, Jobportale und den anonymen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. So hast du eine realistische
Vorstellung davon, was möglich ist. Unsere Gehaltsreports für Rechtsanwaltsfachangestellte, Steuerfachangestellte, Anwälte und Steuerberater geben Dir einen klaren Rahmen vor.
2. Argumentiere mit Leistung, nicht nur mit Bedarf
Ein häufiger Fehler: „Ich brauche mehr Geld, weil meine Miete gestiegen ist.“
Besser: „Ich habe zusätzliche Aufgaben übernommen und dadurch die Kanzlei entlastet.“
Konkrete Beispiele für deinen Mehrwert wirken überzeugender als persönliche Umstände.
3. Den richtigen Zeitpunkt wählen
- erfolgreich abgeschlossene Projekte,
- positive Feedback- oder Beurteilungsgespräche,
- das Ende der Probezeit.
Meide stressige Zeiten wie Jahresabschluss, Fristen-Chaos oder die Hochphase der Steuererklärungen.
4. Realistische Gehaltsvorstellungen äußern
Lege eine klare Spanne fest: ein Wunschgehalt und eine Untergrenze. So wirkst du verhandlungsbereit, ohne dich unter Wert zu verkaufen.
5. Nicht nur an Geld denken
In vielen Kanzleien sind prozentuale Erhöhungen begrenzt – aber Zusatzleistungen sind möglich:
- Übernahme von Weiterbildungskosten & Zertifizierungen,
- Homeoffice-Tage oder hybrides Arbeiten,
- flexible Arbeitszeiten / Gleitzeit,
- Jobticket, Essenszuschuss, betriebliche Altersvorsorge.
❌ Die größten Don’ts in Gehaltsgesprächen
1. Unvorbereitet ins Gespräch gehen
Auf die Frage „Was stellen Sie sich vor?“ keine Antwort zu haben, wirkt unprofessionell und schwächt deine Position.
2. Sich mit Kollegen vergleichen
Aussagen wie „Frau Müller verdient mehr als ich!“ führen selten zum Ziel und wirken destruktiv. Fokussiere dich stattdessen auf deine Leistungen und Ziele.
3. Ultimaten stellen
„Entweder 500 € mehr oder ich kündige!“ – Drohungen können nach hinten losgehen, besonders wenn du sie nicht durchziehen möchtest.
4. Emotionale Diskussionen
Bleibe sachlich und ruhig. Wut oder Tränen mindern deine Verhandlungskraft. Nutze Daten, Beispiele und Ergebnisse.
5. Sich zu schnell abspeisen lassen
Ein erstes „Mehr geht nicht.“ ist oft nur eine Reaktion.
Frage nach: „Welche Ziele müsste ich erreichen, um in sechs Monaten eine Anpassung zu bekommen?“ – und halte diese Ziele schriftlich fest.
Fazit: Mit Strategie zum fairen Gehalt
Gehaltsverhandlungen in Kanzleien sind kein Tabu – sie gehören dazu. Wer vorbereitet ist, Leistung betont und realistische Forderungen stellt, erhöht seine Chancen deutlich. Sachlichkeit, Geduld und Verhandlungsgeschick zahlen sich langfristig stärker aus als Druck oder Vergleiche.
Praxistipp
Führe eine laufende Liste mit Erfolgen, zusätzlichen Aufgaben und positivem Feedback. So hast du im Gespräch sofort die besten Argumente parat.

