Rechtsanwaltsfachangestellten-Ausbildung: So hoch ist das Gehalt 2026
Wer sich für eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten (ReFa) interessiert, fragt sich meist zuerst: Wie viel Gehalt ist für Azubis eigentlich drin? Es gibt zwar keinen festen Betrag, aber eine Empfehlung der Rechtsanwaltskammern für jede Region, an denen sich die meisten Kanzleien orientieren.
In diesem Beitrag zeigen wir dir die aktuellen Zahlen, die Unterschiede zwischen den Bundesländern. Wenn Du auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz bist, solltest Du darauf achten, dass Du in diesem Rahmen bezahlt wirst.
Gesetzliche Mindestvergütung für Azubis steigt 2026
Für alle Ausbildungsverhältnisse, die zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2026 beginnen, gilt eine gesetzliche Mindestvergütung nach § 17 Abs. 2 BBiG. Diese Untergrenze betrifft grundsätzlich jede Ausbildung in Deutschland – also auch die Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten und zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten (ReNo). Sie liegt 2026 bei:
- 1. Ausbildungsjahr: 724 Euro monatlich
- 2. Ausbildungsjahr: 854 Euro monatlich
- 3. Ausbildungsjahr: 977 Euro monatlich
- 4. Ausbildungsjahr: 1.014 Euro monatlich
Vergütungsempfehlungen der Rechtsanwaltskammern: Deutlich mehr als das gesetzliche Minimum
Die gesetzliche Mindestvergütung ist nur die Untergrenze. In der Praxis orientieren sich die meisten Ausbildungsverträge an den Vergütungsempfehlungen der regionalen Rechtsanwaltskammern (RAK), die traditionell deutlich über dem gesetzlichen Minimum liegen. Der bundesweite Durchschnitt der Kammerempfehlungen liegt 2026 bei:
- 985,20 Euro im ersten Ausbildungsjahr
- 1.089,40 Euro im zweiten Ausbildungsjahr
- 1.189,40 Euro im dritten Ausbildungsjahr
Im Vergleich zu 2025 (971,20 € / 1.074,60 € / 1.173,80 €) ist das ein moderater, aber spürbarer Anstieg über alle drei Ausbildungsjahre hinweg.
Wichtig zu wissen: Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG, Urt. v. 29.04.2015, Az. 9 AZR 108/14) ist eine Unterschreitung der Kammerempfehlung um bis zu 20 % in begründeten Einzelfällen zulässig. Einige Kammern – etwa Karlsruhe – knüpfen daran jedoch strenge Bedingungen: Wird die Empfehlung um mehr als 20 % unterschritten, erfolgt keine Eintragung des Ausbildungsvertrags.
Vergütungsempfehlungen der Rechtsanwaltskammern 2026 im Detail
Die Höhe der empfohlenen Ausbildungsvergütung unterscheidet sich je nach Kammerbezirk teils erheblich. Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Empfehlungen und Mindestsätze (Stand: 01.01.2026):
| Rechtsanwaltskammer | 1. Ausbildungsjahr | 2. Ausbildungsjahr | 3. Ausbildungsjahr |
|---|---|---|---|
| Bamberg | 1.000,00 € | 1.100,00 € | 1.200,00 € |
| Berlin | 1.050,00 € | 1.100,00 € | 1.150,00 € |
| Brandenburg | 780,00 € | 920,00 € | 1.050,00 € |
| Braunschweig | 880,00 € | 1.050,00 € | 1.200,00 € |
| Bremen | 1.000,00 € | 1.100,00 € | 1.200,00 € |
| Celle | Keine Empfehlung | ||
| Düsseldorf | 1.000,00 € | 1.100,00 € | 1.200,00 € |
| Frankfurt | 1.050,00 € | 1.125,00 € | 1.200,00 € |
| Freiburg | 1.100,00 € | 1.200,00 € | 1.300,00 € |
| Hamburg | 1.050,00 € | 1.150,00 € | 1.250,00 € |
| Hamm | 840–1.050 € | 920–1.150 € | 1.000–1.250 € |
| Karlsruhe | 1.000,00 € | 1.100,00 € | 1.200,00 € |
| Kassel | 700–900 € | 820–1.000 € | 940–1.200 € |
| Koblenz | 1.200,00 € | 1.300,00 € | 1.400,00 € |
| Köln | 1.000,00 € | 1.100,00 € | 1.200,00 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 900,00 € | 1.000,00 € | 1.100,00 € |
| München | 1.030,00 € | 1.150,00 € | 1.270,00 € |
| Nürnberg | 1.150,00 € | 1.250,00 € | 1.350,00 € |
| Oldenburg | Keine Empfehlung | ||
| Saarland | 1.000,00 € | 1.100,00 € | 1.200,00 € |
| Sachsen | 1.150,00 € | 1.250,00 € | 1.350,00 € |
| Sachsen-Anhalt | 1.000,00 € | 1.100,00 € | 1.175,00 € |
| Schleswig-Holstein | 1.000,00 € | 1.100,00 € | 1.200,00 € |
| Stuttgart | 1.000,00 € | 1.150,00 € | 1.250,00 € |
| Thüringen | 900,00 € | 1.000,00 € | 1.100,00 € |
| Tübingen | 950,00 € | 1.050,00 € | 1.150,00 € |
| Zweibrücken | 900,00 € | 1.000,00 € | 1.100,00 € |
| Bundesgebiet (Spanne) | 700–1.200 € | 820–1.300 € | 940–1.400 € |
| Durchschnitt 2026 | 985,20 € | 1.089,40 € | 1.189,40 € |
Quelle: Bundesrechtsanwaltskammer, Ausbildungsvergütung ReFa/ReNo – Empfehlungen und Mindestsätze der Rechtsanwaltskammern, Stand: 01.01.2026.
Warum die Vergütung je nach Region so unterschiedlich ausfällt
Die Spannbreite zwischen den Kammerbezirken ist beachtlich: Während Koblenz mit bis zu 1.400 Euro im dritten Ausbildungsjahr die höchsten Empfehlungen ausspricht, liegen Kassel und Brandenburg deutlich darunter. Das hängt unter anderem mit regionalen Lebenshaltungskosten, der Konkurrenz um Auszubildende und der wirtschaftlichen Struktur der jeweiligen Kanzleien zusammen.
Für angehende Rechtsanwaltsfachangestellte lohnt sich daher immer ein Blick auf die Empfehlung der zuständigen Kammer, bevor ein Ausbildungsvertrag unterschrieben wird – gerade weil Gehalt und Ausbildungsort eng zusammenhängen.
Ausbildungssiegel „Azubi-geprüft“ als Qualitätsmerkmal
Ein zusätzlicher Anhaltspunkt für faire Ausbildungsbedingungen ist das Siegel „Azubi-geprüft“ bzw. „ReFa-geprüft“, das ursprünglich von der Rechtsanwaltskammer Koblenz eingeführt wurde und inzwischen auch von Kammern wie Berlin, München, Nürnberg, Hamm, Düsseldorf, Freiburg, Karlsruhe, Bamberg und Sachsen vergeben wird. Voraussetzung für das Siegel ist neben einer fachlich fundierten Ausbildung auch die Einhaltung der jeweiligen kammerinternen Vergütungsempfehlung – ein gutes Signal für Bewerberinnen und Bewerber, die auf der Suche nach einer seriösen Ausbildungskanzlei sind.
Fazit: Was bedeutet das für deine Gehaltsverhandlung?
Wer sich für eine Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellte interessiert, sollte beide Werte im Blick behalten: die gesetzliche Mindestvergütung als absolute Untergrenze und die Empfehlung der zuständigen Rechtsanwaltskammer als realistischen Orientierungswert. Kanzleien, die sich an den Kammerempfehlungen orientieren oder das Ausbildungssiegel tragen, bieten in der Regel überdurchschnittliche und faire Konditionen.
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Du möchtest wissen, wieviel Rechtsanwaltsfachangestellte nach ihrer Ausbildung verdienen? Die Antwort findest Du in unserem Gehaltsreport für ReFas 2026

