Zukunftsaussichten für Steuerberater: Beste Chancen für den Nachwuchs
Steuerberater sind so nachgefragt wie nie, der Nachwuchs wird knapp – und genau das eröffnet Jobsuchenden außergewöhnliche Chancen. Das zeigt die aktuelle Berufsstatistik 2025 der Bundessteuerberaterkammer.
Zum 1. Januar 2026 zählten die Steuerberaterkammern in Deutschland 105.953 Mitglieder – ein Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein 1.108 neue Mitglieder kamen innerhalb eines Jahres hinzu. Seit 1962, als der Berufsstand noch rund 24.000 Mitglieder umfasste, hat sich die Zahl mehr als vervierfacht. Trotzdem hat die Branche ein Nachwuchsproblem.
Die demografische Zeitbombe tickt
Ein Blick auf die Altersstruktur der Berufsangehörigen macht das Problem deutlich: Es gibt wesentlich mehr Steuerberaterinnen und Steuerberater über 60 Jahre als unter 40 Jahre.
Über 28.600 Steuerberaterinnen und Steuerberater – das sind rund 31,6 Prozent – sind älter als 60 Jahre. Allein die Altersgruppe 70+ umfasst 12.401 Berufsangehörige, also 13,7 Prozent des gesamten Berufsstands.
Diese Kolleginnen und Kollegen werden in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen – und ihre Mandate müssen weiter betreut werden. 40 Jahre oder jünger sind aber nur 18.647 Berufstragende. Das entspricht 20,6%.
Der Beruf verjüngt sich nicht schnell genug, um die absehbare Pensionierungswelle aufzufangen.
Was das für Jobsuchende bedeutet
Für alle, die im Bereich Steuerberatung eine Karriere anstreben oder über einen Wechsel nachdenken, ergibt sich daraus eine komfortable Ausgangslage:
Hohe Nachfrage, wenig Konkurrenz. Kanzleien suchen händeringend nach qualifizierten Fachkräften – vom Steuerfachangestellten über den Bilanzbuchhalter bis zum Steuerberater. Die Schere zwischen wachsendem Bedarf und schrumpfendem Nachwuchspool öffnet sich weiter.
Ortsunabhängigkeit: Die Nachfrage verteilt sich über ganz Deutschland. Gute Chancen gibt es nicht nur in den Metropolen – auch in ländlichen Regionen gibt es genug Arbeitsplätze. Die mitgliederstärksten Kammern sind München (13.812 Mitglieder), Düsseldorf (10.024) und Westfalen-Lippe (9.339) – aber auch in kleineren Kammerbezirken wie Brandenburg (+2,7 %), Bremen (+2,5 %) oder Sachsen-Anhalt (+1,8 %) wächst der Berufsstand überdurchschnittlich.
Anstellung wird attraktiver: Wer nicht sofort den Sprung in die Selbstständigkeit wagen möchte, findet zunehmend attraktive Angestelltenpositionen. Der Anteil angestellter Steuerberater ist auf 34,1 Prozent gestiegen – Tendenz steigend. Auch die Zahl der Syndikus-Steuerberater wächst mit 8.569 Berufsangehörigen (+2,1 %) kontinuierlich.
Frauen auf dem Vormarsch: Der Frauenanteil im Berufsstand liegt mittlerweile bei 39,3 Prozent und steigt seit Jahren stetig. Während die Zahl der männlichen Berufsangehörigen praktisch stagniert (−27), kamen 506 Steuerberaterinnen neu hinzu. Die Branche wird diverser – ein gutes Zeichen für eine moderne Arbeitskultur.
Der Einstieg lohnt sich – gerade jetzt
Die Berufsstatistik 2025 zeichnet ein klares Bild: Der Steuerberaterberuf ist krisenfest, wächst stetig und steht vor einem generationsbedingten Umbruch. Wer jetzt in diese Branche einsteigt – sei es über eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten, ein Studium mit Steuerrecht-Schwerpunkt oder eine Ausbildung in der Finanzverwaltung – trifft auf einen Arbeitsmarkt, der Bewerberinnen und Bewerbern so viel bietet wie selten zuvor.
Die Frage ist nicht, ob die Branche Fachkräfte braucht. Die Frage ist, ob genügend Menschen die Chance ergreifen.

